BERLIN-MARATHON 2026: Assefa schreibt Geschichte – Adola triumphiert, Frodeno läuft 2:23

text: laura damnitz | titelbild: scc events / tilo wiedensohler
 

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Der BMW BERLIN-MARATHON 2026 hat einmal mehr eindrucksvoll gezeigt, warum Berlin zu den wichtigsten Marathon-Schauplätzen der Welt gehört. An der Spitze sorgten Tigst Assefa und Guye Adola für äthiopische Siege, während Assefa mit 2:11:04 Stunden einen neuen Streckenrekord aufstellte. Auch aus deutscher Sicht gab es starke Leistungen – und mit Jan Frodeno lief ein prominenter ehemaliger Triathlon-Weltmeister einen bemerkenswerten Marathon.

Mehr als 56.000 Läuferinnen und Läufer aus 162 Nationen hatten sich für die 52. Ausgabe des Berliner Marathonklassikers angemeldet. Die Weltelite lieferte dabei ein Rennen auf höchstem Niveau: Addiert man die Siegerzeiten der Frauen und Männer, kommt man auf 4:13:54 Stunden – die zweitschnellste Kombination der Marathongeschichte.

Assefa auf Weltrekordkurs

Das Rennen der Frauen entwickelte sich früh zu einem Lauf gegen die Uhr. Tigst Assefa schlug von Beginn an ein außergewöhnliches Tempo an und passierte die ersten zehn Kilometer nach 30:48 Minuten. Auch bei der Halbmarathonmarke lag die Äthiopierin mit 1:04:57 Stunden noch klar auf Weltrekordkurs.

Bei Kilometer 30 zeigte die Uhr 1:32:19 Stunden. Zu diesem Zeitpunkt durfte Berlin auf eine historische Bestzeit hoffen. Fünf Kilometer vor dem Ziel lag Assefa noch auf Kurs für eine Zeit von rund 2:09:36 Stunden – und damit unter dem Weltrekord von 2:09:56.

Tigst Assefa gewinnt mit neuem Streckenrekord. | Bild: SCC EVENTS / Petko Beier

Doch auf den letzten Kilometern wurde aus dem Kampf gegen die Uhr ein Kampf gegen den eigenen Körper. Rund zwei Kilometer vor dem Ziel bekam Assefa Probleme mit ihrem rechten Bein und konnte die letzten Kilometer nur noch unter Schmerzen und teilweise humpelnd zurücklegen. Der Weltrekord war damit außer Reichweite. Der Streckenrekord jedoch blieb nicht nur bestehen, sondern wurde deutlich verbessert: 2:11:04 Stunden bedeuteten für Assefa bereits den dritten Sieg in Berlin – und jedes Mal stellte sie dabei einen neuen Streckenrekord auf. Nach dem Rennen wurde die 29-Jährige vorsorglich medizinisch untersucht und in ein Krankenhaus gebracht.

Hinter Assefa folgten ihre Landsfrauen Bedatu Hirpa in 2:16:53 Stunden und Dera Dida in 2:16:55 Stunden. Damit gingen die ersten drei Plätze allesamt an Äthiopien.

Überraschung bei den deutschen Frauen

Für die stärkste deutsche Leistung sorgte Anna Langerwisch. Die 25-jährige Berlinerin lief in 2:27:31 Stunden auf Rang 16 und blieb damit erstmals in ihrer Karriere unter der Marke von 2:30 Stunden.

Für Langerwisch war es ein besonderer Lauf vor heimischem Publikum. „Ich bin überwältigt“, sagte sie nach dem Rennen. Ihr persönliches Ziel, erstmals unter 2:30 Stunden zu bleiben, erfüllte sie deutlich.

Dabei war die Aufmerksamkeit vor dem Start vor allem auf Esther Pfeiffer gerichtet. Die deutsche Läuferin war mit dem Ziel angetreten, den deutschen Rekord von Irina Mikitenko aus dem Jahr 2008 anzugreifen. Nach einem entsprechend hohen Anfangstempo musste Pfeiffer das Rennen jedoch bereits nach rund 14 Kilometern beenden.

Auch Laura Hottenrott, die zu den deutschen Topläuferinnen zählt, stand kurzfristig nicht an der Startlinie.

Anna Langerwisch ist die schnellste Deutsche. | Bild: SCC EVENTS / Tilo Wiedensohler

Adola feiert neun Jahre nach Berlin-Debüt den Sieg

Das Rennen blieb lange offen. Eine achtköpfige Spitzengruppe erreichte die Halbmarathonmarke nach 1:01:01 Stunden. Im weiteren Verlauf reduzierte sich das Feld, bis sich schließlich drei Läufer aus Äthiopien beziehungsweise Tansania an der Spitze behaupteten.

 

Rund zehn Kilometer vor dem Ziel erhöhte Adola das Tempo und setzte sich von seinen Konkurrenten ab. Mit Erfolg: Er brachte seinen Vorsprung bis zum Brandenburger Tor ins Ziel und feierte damit seinen ersten Berliner Sieg in 2:02:50 Stunden.

 

Für Adola schloss sich damit ein Kreis. Bereits 2017 hatte er bei seinem Marathon-Debüt in Berlin für eine Überraschung gesorgt und war in 2:03:46 Stunden Zweiter geworden. Neun Jahre später kehrte er zurück – diesmal als Sieger und mit neuer persönlicher Bestzeit.

 

Gemechu Diriba wurde in 2:03:19 Stunden Zweiter, Gabriel Geay aus Tansania belegte mit 2:03:59 Stunden Rang drei.

Guye Adola triumphiert mit 2:02:50 Stunden. | Bild: SCC EVENTS / Jean-Marc Wiesner

Haftom Welday führt deutsches Männerfeld an

Schnellster deutscher Läufer war Haftom Welday. Der 36-Jährige erreichte das Ziel nach 2:08:25 Stunden und belegte damit den 16. Platz.

 

Für Welday war der Zieleinlauf auch deshalb besonders wertvoll, weil er die beiden vergangenen Berliner Rennen 2024 und 2025 vorzeitig hatte beenden müssen. Diesmal konnte er durchlaufen und unterstrich mit seiner Zeit erneut seine Position an der deutschen Marathonspitze.

 

Aaron Bienenfeld folgte in 2:09:18 Stunden auf Rang 20. Sebastian Hendel komplettierte die deutschen Top drei in 2:09:50 Stunden.

Haftom Welday im Ziel. | Bild: SCC EVENTS / Tilo Wiedensohler

Haftom Welday im Ziel. | Bild: SCC EVENTS / Jean-Marc Wiesner

Frodeno läuft 2:23:33

Für einen weiteren bekannten Namen sorgte Jan Frodeno. Der ehemalige Triathlon-Weltmeister stellte sich in Berlin erneut der klassischen Marathon-Distanz und lief die 42,195 Kilometer in 2:23:33 Stunden.

 

Damit zeigte der 45-Jährige, dass seine Laufqualitäten auch nach dem Ende seiner erfolgreichen Triathlonkarriere weiterhin bemerkenswert sind. Frodeno war zugleich der schnellste prominente Starter des Rennens.

Neben ihm sorgten weitere bekannte Teilnehmer für Aufmerksamkeit. TV-Moderator Kai Pflaume benötigte 3:32:33 Stunden, die ehemalige Klimaschutzaktivistin Luisa Neubauer kam nach 4:03:18 Stunden ins Ziel. Der frühere Radprofi Rick Zabel absolvierte die Strecke in 4:05:38 Stunden.

Jan Frodeno beim BMW Berlin-Marathon. | Bild: SCC EVENTS / Marvin Ibo Güngür

Neuer deutscher Rekord im Para-Marathon

Auch im Para-Marathon gab es eine deutsche Bestmarke zu feiern. Tien-Fung Yap lief in der Klasse T12 für sehbeeinträchtigte Athleten 2:38:37 Stunden und stellte damit einen neuen deutschen Rekord auf.

Berlin bleibt ein Marathon der Superlative

Der BMW BERLIN-MARATHON 2026 war damit erneut weit mehr als ein Rennen um Siege und Rekorde. Mehr als 56.000 Marathonläuferinnen und -läufer aus 162 Nationen machten die Berliner Straßen zu einer internationalen Bühne des Laufsports.

 

An der Spitze lieferten Tigst Assefa und Guye Adola Weltklasseleistungen. Assefa verpasste den Weltrekord nach einem dramatischen Einbruch auf den letzten Kilometern, stellte mit 2:11:04 Stunden aber dennoch einen neuen Streckenrekord auf. Bei den Männern feierte Adola neun Jahre nach seinem zweiten Platz bei seinem Berliner Debüt den Sieg.

 

Und auch für die deutschen Läuferinnen und Läufer hielt das Rennen einige Geschichten bereit: Anna Langerwisch gelang mit 2:27:31 Stunden der Sprung unter 2:30, Haftom Welday führte das deutsche Männerfeld mit 2:08:25 an.

 

Berlin 2026 lieferte damit einmal mehr das, was diesen Marathon so besonders macht: Weltklasse an der Spitze, persönliche Bestleistungen im gesamten Feld – und Geschichten, die weit über die 42,195 Kilometer hinausgehen.

Bild: SSC EVENTS / Sebastian Wells

Bild: SCC EVENTS / Marvin Ibo Güngör

Bild: SSC EVENTS / Sebastian Wells

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