Laufen bei Sommerhitze: So bleibst du sicher und leistungsfähig

text: laura damnitz, quelle: garmin | bildmaterial: brooks

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Wenn die Temperaturen steigen, verändert sich auch das Lauftraining. Was sich im Frühjahr noch locker anfühlt, kann an heißen Sommertagen deutlich anstrengender werden. Der Grund: Dein Körper muss nicht nur die Laufbelastung bewältigen, sondern gleichzeitig dafür sorgen, dass die Körpertemperatur im sicheren Bereich bleibt. Dadurch steigt die Belastung für Herz-Kreislauf-System und Muskulatur spürbar an. 
 

Die gute Nachricht: Mit einigen einfachen Anpassungen kannst du auch im Sommer effektiv trainieren, ohne unnötige Risiken einzugehen.

Bild: Brooks

Warum Hitze das Laufen erschwert

Bei hohen Temperaturen wird mehr Blut in Richtung Haut transportiert, damit überschüssige Wärme abgegeben werden kann. Für die arbeitende Muskulatur steht dadurch weniger Sauerstoff zur Verfügung. Das führt häufig dazu, dass die Herzfrequenz steigt, sich das gewohnte Tempo schwerer anfühlt und die Leistungsfähigkeit sinkt. Besonders anspruchsvoll wird es bei hoher Luftfeuchtigkeit, weil Schweiß schlechter verdunsten kann und die natürliche Kühlung des Körpers eingeschränkt wird. 

 

Regelmäßiges Training bei warmen Bedingungen kann jedoch zu einer sogenannten Hitzeanpassung führen. Der Organismus lernt dabei, effizienter zu schwitzen und die Körpertemperatur besser zu regulieren. Dieser Prozess benötigt meist mehrere Tage bis wenige Wochen konsequentes Training.

1. Die richtige Tageszeit wählen

Wer im Sommer läuft, sollte möglichst die heißesten Stunden des Tages meiden. Früh am Morgen oder am Abend sind die Temperaturen oft deutlich angenehmer als zur Mittagszeit.

 

Zwischen Mittag und spätem Nachmittag treffen meist hohe Lufttemperaturen, intensive Sonneneinstrahlung und aufgeheizte Oberflächen aufeinander. Das erhöht die Belastung für den Kreislauf und kann die Leistungsfähigkeit erheblich beeinträchtigen. Frühere oder spätere Trainingseinheiten ermöglichen häufig entspannteres und sichereres Laufen.

Bilder: Brooks

2. Bereits vor dem Start für Abkühlung sorgen

Eine sinnvolle Strategie bei Hitze besteht darin, den Körper schon vor dem Lauf etwas herunterzukühlen.

 

Dazu eignen sich beispielsweise kalte Getränke, eisgekühlte Wassermischungen oder eine kurze kalte Dusche. Auch das Tragen einer Kühlweste vor intensiven Einheiten kann helfen. Ziel ist es, mit einer niedrigeren Körpertemperatur ins Training zu starten und dadurch mehr Reserven für die Belastung zu schaffen. Studien zeigen, dass solche Maßnahmen die Ausdauerleistung bei Hitze verbessern können.

3. Auf funktionelle Laufbekleidung setzen

Die Wahl der Kleidung spielt im Sommer eine größere Rolle als viele denken.

 

Baumwolle speichert Feuchtigkeit und trocknet nur langsam. Dadurch bleibt Schweiß länger auf der Haut beziehungsweise im Stoff gebunden, was die Kühlwirkung reduziert. Moderne Funktionsmaterialien transportieren Feuchtigkeit dagegen schneller nach außen, wo sie verdunsten kann. Das unterstützt die natürliche Temperaturregulation des Körpers. 

 

Zusätzlich empfiehlt sich helle Kleidung, da sie weniger Sonnenstrahlung aufnimmt. Eine leichte Kappe schützt Kopf und Augen vor direkter Sonneneinstrahlung und kann das subjektive Hitzeempfinden deutlich reduzieren.

Bild: Brooks

4. Die Flüssigkeitszufuhr planen

Viele Läufer trinken erst dann, wenn sie Durst verspüren. Zu diesem Zeitpunkt kann bereits ein relevanter Flüssigkeitsverlust entstanden sein.

 

Sinnvoller ist es, die Flüssigkeitsaufnahme über den gesamten Tag sowie rund um die Trainingseinheit zu planen. Besonders bei längeren Läufen oder sehr hohen Temperaturen sollten neben Wasser auch Elektrolyte berücksichtigt werden, da mit dem Schweiß wichtige Mineralstoffe verloren gehen. 

 

Gleichzeitig gilt: Mehr ist nicht automatisch besser. Übermäßiges Trinken kann ebenfalls gesundheitliche Probleme verursachen. Daher sollte die Flüssigkeitsaufnahme immer individuell an Schweißrate, Trainingsdauer und Wetterbedingungen angepasst werden. 

5. Die Regeneration ernst nehmen

Ein Lauf bei 30 Grad belastet den Körper stärker als dieselbe Einheit bei kühleren Temperaturen. Entsprechend steigt auch der Bedarf an Erholung.

 

Nach dem Training sollte daher nicht nur die Flüssigkeitszufuhr aufgefüllt werden. Auch eine ausgewogene Ernährung mit Mineralstoffen, Proteinen und hochwertigen Fetten unterstützt die Regeneration. Wer dem Körper ausreichend Zeit zur Erholung gibt, fördert die Anpassung an die Hitze und reduziert das Risiko von Überlastung.

Warnsignale niemals ignorieren

Leichter Leistungsabfall und stärkeres Schwitzen sind bei sommerlichen Bedingungen normal. Treten jedoch Schwindel, Übelkeit, starke Kopfschmerzen, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme auf, sollte das Training sofort beendet werden. Diese Symptome können auf eine gefährliche Überhitzung hinweisen und erfordern gegebenenfalls medizinische Hilfe.

Bild: Brooks

Fazit

Laufen im Sommer muss kein Risiko sein. Wer seine Trainingszeiten anpasst, den Körper vorab kühlt, geeignete Kleidung trägt, ausreichend trinkt und auf ausreichende Erholung achtet, kann auch an warmen Tagen sicher und erfolgreich trainieren. Entscheidend ist dabei, die zusätzlichen Belastungen durch die Hitze zu respektieren und das Training flexibel an die Bedingungen anzupassen. So wird aus dem Sommerlauf nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance, die eigene Belastbarkeit gezielt weiterzuentwickeln.

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